Weinrallye #5: Sangiovese
Premiere im San Lorenzo Blog: das erste Mal sind wir bei einer Weinrallye dabei - und dann ist das Thema auch noch Sangiovese - eine der wichtigsten und typischen Rebsorten nicht nur in der Toskana, sondern für ganz Italien, Hauptbestandteil des Chianti. Und dann kam die Nebenbedingung für diese Weinrallye: der aus Sangiovese gekelterte Wein sollte möglichst nicht aus der Toskana kommen, wenn machbar nicht einmal aus Italien.
Nun, bei San Lorenzo gibt es - bis auf den Champagner - ausschliesslich italienische Weine - ok, dann also einen außertoskanischen Sangiovese - was auch schon nicht ganz einfach ist. Meiner ist nun tatsächlich auch fast auf der Grenze zwischen der Toskana und Ligurien gewachsen, aber eben noch in der Provinz La Spezia, unweit des Ligurischen Meeres.
In den Cantine Lunae ist man stolz auf die Tradition, die Generationen des Weinbaus in der Familie - Wein, Kultur und Leidenschaft haben hier ihr Zuhause, sagt Paolo Bosoni. Der Wein - Colli di Luni DOC (A|CH), Jahrgang 2006: gekeltert aus Sangiovese-, Canaiolo- und Ciliegiolo-Trauben, die entlang der Via Aurelia gewachsen sind. Klares Rubinrot mit granatfarbenen Schimmer. In der Nase Brombeeren, schwarze Johannisbeere, sehr intensiv. Die Brombeere ist auch am Gaumen zu schmecken, die Tannine sind überraschend weich und gut eingebunden, der Wein erscheint geradezu samtig mit gutem Körper. Auch so jung schon gut zu trinken, sehr harmonisch. Interessant wäre, wie sich dieser Wein wohl in zwei oder drei Jahren präsentiert. Eigentlich passt so ein Wein zu rotem Fleisch oder Geflügel - uns hat er auch zu Trofie al Pesto und Saltimbocca alla Romana gut geschmeckt (Rezepte folgen in Kürze im Küchenblog)!
Um das Sangiovese-Thema etwas zu variieren, haben wir dann noch zwei Weine verkostet - diese allerdings aus der Toskana: ein 2005 Morellino di Scansano (A|CH) der Fattoria Mantellassi: leuchtendes Rot, in der Nase Kirsch, Kirsch, Kirsch. Betonte Tannine mit einer lebhaften, eleganten und charaktervollen Struktur. Dieser Wein ist jetzt zwar bereits gut trinkbar, kann aber auch noch ein paar Jahre im Keller vertragen.
Und ein Chianti (A|CH) musste es auch noch sein: dieser ein Classico, Jahrgang 2004 der Fattoria di Luiano aus dem Val di Pesa: mit deutlicher Holznote, rauchig, neben roten Früchten auch Vanille in der Nase. Gut eingebundene Tannine, guter Körper, harmonisch und ausgewogen, mit langem Nachhall.
Wenn man nach dem JLF-Faktor geht (Je leerer die Flasche), war es an diesem Abend der Chianti; beim Nachverkosten am nächsten Abend glänzten aber auch die anderen beiden mit einigen Reizen…




