“Mit welchem Schaumwein feiert ihr ins neue Jahr?” lautet die Frage, die Lars Breidenbach von schreiberswein passend zur Saison für die sechste Weinrallye stellte. So früh hatte ich mir eigentlich noch nie Gedanken dazu gemacht! Nun, wenn man sich das kleine, aber feine Schaumwein-Angebot von San Lorenzo ansieht, stellt sich die Frage: Prosecco oder Franciacorta? Beide wurden von uns auf ihre Silvester-Tauglichkeit getestet , zunächst der Prosecco:
Der Prosecco di Valdobbiadene DOC Extra Dry von Foss Marai ist ein Prosecco mit Tradition: schon im 16. Jahrhundert wurde die Familie Biasotto mit dem Weinbau in Verbindung gebracht, und seit 1813 wächst ihr Wein in Guia di Valdobbiadene. In sonnen- und windgeschützten Lagen reift die Prosecco-Rebe. Dieser Prosecco wird auf klassische Art hergestellt, aus dem “mosto fiore“, der durch nur ganz sanftes Pressen der Trauben gewonnen wird; im Glas strohgelb, mit feiner Perlage sieht man auf den ersten Blick, dass der Inhalt nichts mit dem billigen Supermarkt-Prosecco zu tun hat, der den Prosecco in Verruf gebracht hat (oder gar mit dem unsäglichen Paris-Hilton-Dosen-Prosecco!). Feinfruchtig, Apfelaromen sind zu riechen und zu schmecken, trocken: ein guter Begleiter zu Antipasti - damit hat er uns jedenfalls geschmeckt!

Am nächsten Abend der Franciacorta Millesimato DOCG, Jahrgang 2003: eine junge Weinbauregion in der Lombardei. Erst in den 60er Jahren wurden hier die ersten Schaumweine hergestellt, die sich aber in kurzer Zeit einen sehr guten Ruf erarbeiten konnten. Die nach Champagner-Art erzeugten Weine errangen schnell DOCG-Status und werden aus Chardonnay, Pinot blanc und Pinot noir gekeltert. Für die Bezeichnung “Millesimato” werden nur die besten Trauben genommen. Mindestens 37 Monate reift der Franciacorta Millesimato. Als Jahrgangs-Schaumwein spiegelt er die Reifebedingungen. Strohgelb wie der Prosecco, scheint er aber noch feiner zu sprudeln, die Nase eine Spur eleganter, nach exotischen Früchten, trotzdem sehr frisch. Samtig am Gaumen mit einer feinen Säure ruft er tatsächlich Erinnerungen an einen Champagner wach - hat aber etwas ganz eigenes. Wir haben diesen Wein erst als Aperitif, dann zu einem Vitello Tonnato genossen. Wunderbar!

Eignen sich diese Weine nun zum Anstoßen an Silvester, zum Rückblick auf das vergangene Jahr? Für mich in jedem Fall, denn das letzte Jahr war zumindest im letzten Drittel sehr von Italien und seinen kulinarischen Erzeugnissen geprägt. Der Prosecco ist meines Erachtens etwas besser geeignet, da der Franciacorta die ganze Aufmerksamkeit fordert, die an Silvester um Mitternacht doch meistens von anderen Dingen belegt ist. Den Franciacorta würde ich aber in jedem Fall als Aperitif nehmen - oder falls jemand zum Silvester-Menü ein Vitello Tonnato zubereiten möchte (Rezept folgt in Kürze)!
Scritto da Matthias Metze alle 9:25, in Hauptsächlich, Produkte, Ereignisse
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