BioFach 2008: Olivenöl
Ein großes Thema in der Weinhalle war - neben dem Wein natürlich - das Olivenöl. So war eine reichhaltig bestückte Olivenöl-Bar aufgebaut, und regelmäßig fanden geführte Degustationen statt. Richard Wolny als Olivenöl-Experte der BioFach verstand es, die Zuhörer nicht nur in die Feinheiten der Verkostung von Olivenöl einzuführen, sondern flocht quasi nebenbei viele Informationen über die Anforderungen an extra natives Olivenöl ein. Das gefiel mir so gut, dass ich einen Teil seines Vortrags mit meiner kleinen Digital-Knipse auf Video gespeichert habe (leider reichte die Speicherkarte nicht für den ganzen Vortrag). Zu sehen ist das Ergebnis im San Lorenzo Social Club wie auch einige weitere Impressionen von der BioFach.
Hier einige Informationen, die ich mir notiert habe: Olivenöl extra vergine wird kontrolliert, und zwar in jedem Land durch Panels von Verkostern. Von 200 angestellten Olivenölen werden 160 als fehlerhaft bezeichnet - das heisst, nur etwa 20% der Öle gehen tatsächlich als extra vergine durch.
Die Bewertungskriterien sind streng: nur ein völlig fehlerfreies Olivenöl bekommt die Auszeichnung extra vergine. Auch auf drei positiven Attribute in Geruch und Geschmack wird untersucht: fruchtig, bitter, oder scharf. Natürlich können die Aromen noch weitere Ausprägungen (z.B. Duft nach Tomaten oder Artischocken) haben - für die Bewertung ist dies aber unerheblich. Ebenfalls keinen Einfluß auf die Bewertung hat die Farbe des Olivenöls - daher werden bei der Verkostung farbige Schälchen benutzt.Ein Olivenöl extra vergine wird immer von Hand geerntet, denn wenn angeschlagene oder oxidierte Oliven verwendet werden, wird das Öl ranzig - und damit als fehlerhaft bewertet. Ebenfalls obligatorisch ist die Kaltpressung bzw. Kaltextraktion. Richard Wolny hielt die Kaltextraktion mittels Zentrifuge für besser, da dabei im Gegensatz zur traditionellen Methode der Pressung keine Fehler auftreten können.
Auch ungefiltertes Olivenöl sei nicht optimal, sagte er: es bringe für den Geschmack wenig, das Olivenöl nicht zu filtern. Das Sediment könne aber das Öl in der Flasche zum Oxidieren bringen. Auch allzu jung solle man das Öl nicht unbedingt geniessen; in der Flasche werde es harmonischer und weicher, bis zum Alter von 10-12 Monaten: dann werd es wieder müder.
Übrigens: jedes Olivenöl von San Lorenzo (A|CH) trägt natürlich die Bezeichnung extra vergine bzw. extra nativ!




